Auferstehungskirche

 

Die Auferstehungskirche in der Eltinger Straße geht auf eine kleine Kapelle aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück, die damals von den Botnangern mit eigenen Mitteln inmitten des Kirchhofes, des ersten Friedhofes, erbaut wurde.

Bis 1483 gehörte Botnang als Filialgemeinde zu Feuerbach, die meisten Gottesdienste und kirchlichen Feiern fanden dort statt. 1483 wurde vom Konstanzer Bischof die Bitte bewilligt, in Botnang eine selbstständige Pfarrei einzurichten. Seither ist Botnang eine eigenständige Kirchengemeinde. 1534 wurde durch die Reformation das Herzogtum Württemberg und damit auch Botnang evangelisch. Die Kapelle war seitdem die Ortskirche der Botnanger Gemeinde. Das schlichte Bauwerk erhielt 1667 einen Treppenzugang und 1754 einen Turm aus Holz. 1896 bis 1905 wurde die Kirche umfassend renoviert, 1913 erhielt sie eine neue Orgel.

Am 28. Juli 1944 brannte die Kirche bei einem Luftangriff bis auf die Umfassungswände nieder. Erhalten blieben ein Abendmahlskelch, eine Abendmahlskanne und der zerbeulte Wetterhahn vom Kirchturm. 1953/1954 wurde unter der Leitung des Architekten Willi Knörzer die Kirche weitgehend auf dem alten Grundriss wieder aufgebaut.

Am 27. Juni 1954 wurde die Kirche von Pfarrer Johannes Strohal eingeweiht und erhielt den Namen Auferstehungskirche zur bleibenden Erinnerung an den „Aufstieg aus den Trümmern“ und als Hinweis auf die Auferstehung Christi.

Im Innern finden sich viele Arbeiten Botnanger Handwerker. Im Rahmen der umfassenden Renovierung 1982 gestaltete der bekannte, in Botnang wohnende Kirchenmaler Professor Rudolf Yelin den Chorraum neu und setzte das Thema Auferstehung künstlerisch um.

 

Glockengeläut der Auferstehungskirche

Nikodemuskirche

 

Das Äußere der Kirche erinnert in seiner Zeltform an das Bild vom „wandernden Gottesvolk“. Das Innere ist dem Stil der Zeit entsprechend modern und schnörkellos gestaltet, wobei der neue Baustoff Beton nicht versteckt werden sollte.

Die Nikodemuskirche und das dazugehörige Gemeindezentrum mit Burg-Kindergarten wurden 1967 erbaut. Die Kirche löste einen Behelfsbau (Westkirche) aus den 20er Jahren ab.

Das großzügige Gemeindezentrum und die Kirche entstanden nach Plänen des Stuttgarter Bauingenieurs Eckard Welz, der sich erfolgreich darum bemüht hat, die vielen unterschiedlichen Räume und Baukörper zu einem einheitlichen Raumkörper zu verbinden.

An der höchsten Stelle des Geländes markiert der freistehende 27 Meter hohe Turm der Nikodemuskirche den Ort des Gemeindezentrums unübersehbar im Stadtteil.

Das Triptychon zur Schöpfungsgeschichte wurde 1979 von Rose Alber für die Kirche geschaffen. Der Altar steht nicht in einem architektonisch eigens gestalteten Chorraum, sondern wird durch die interessante Lösung des Lichteinfalls aus den Seitenfenstern der - leicht nach hinten versetzten - Altarwand in Szene gesetzt.

 

Schlosskapelle Solitude

 

Die Schlosskapelle gehört zum Areal des Schlosses Solitude (erbaut 1762 bis 1765 von Herzog Carl Eugen). Dieses schmucke Kleinod befindet sich im Kavaliersbau, in dem auch die Privaträume des Herzogs untergebracht waren. Ihre ursprüngliche Funktion war somit die einer Privatkapelle des Herzogs, der von seinem Schlafgemach aus direkt den Fürstenstand, die heutige Empore, erreichen konnte.

Große bogenförmige Fenster erhellen den ganz in Weiß gehaltenen, mit Stuck verzierten Raum. Im Zentrum dieses eleganten frühklassizistischen Innenraums befindet sich ein ovales Deckenbild von Nicolas Guibal, das die Auferstehung Christi darstellt.

Die Orgel wurde im Rahmen einer Gesamtrenovierung der Schlossanlage (1988 bis 1991) von der Werkstätte für Orgelbau Mühleisen GmbH, Leonberg, neu erbaut und 1992 eingeweiht. Passend zum Raum und seiner guten Akustik ist die Orgel als „barockes“ Werk hinter dem Altar konzipiert. Sie fügt sich in Form, Farbe und Proportion stilvoll in den frühklassizistischen Kapellenraum ein.